Konzept Waldorfkindergärten

Als waldorfpädagogische Einrichtung arbeiten wir christlich orientiert, ohne einer Konfession anzugehören. Als Waldorfkindergarten sind wir Mitglied der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten. Unser Dachverband ist der DPWV. (Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband)

„Man erzieht durch das, was man sagt,
mehr noch durch das, was man tut,
am meisten jedoch durch das, was man ist.“

Ignatius von Antiochien

„Man erzieht durch das, was man sagt,
mehr noch durch das, was man tut,
am meisten jedoch durch das, was man ist.“

Ignatius von Antiochien

Gemäß dem vorher genannten Sprichwort ist die Säule Vorbild/Nachahmung, neben den Säulen Rhythmus/Wiederholung und Phantasie die Voraussetzung einer gesunden kindlichen Entwicklung. Hierbei geht es in erster Linie immer darum, dass der Erwachsene sich in seinem eigenen Sein reflektiert und das Kind als Spiegel seines eigenen Verhaltens sieht.
Einem winzigen Samenkorn gleich sind in dem kleinen Kind alle Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen vorhanden, um sich zu einem selbstbewussten, individuellen Menschen zu entwickeln. Diese müssen ebenso wie ein Samenkorn gehegt und gepflegt werden. Jeder Wachstumsschritt, jeder Entwicklungsschritt hat und braucht seine Zeit.

Jedes Kind hat eine unzählige Vielfalt von Entwicklungsmöglichkeiten in seinem Wesenskern verankert, die es mit auf die Welt bringt. Um diese zu entfalten, bedarf es:

  • Zeit und Geduld

  • Vorbilder

  • einen dem Kind gemäßen Rhythmus

  • der Möglichkeit seine Phantasie zu entfalten.

Altershomogene Gruppenstruktur

Unsere Gruppen sind in altershomogenen Gruppen aufgeteilt, um die Kinder noch gezielter in ihrer jeweiligen Entwicklungsphase begleiten zu können. Dabei steht für uns das Wichtigste im Mittelpunkt: Jedes Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Entwicklungsschritten.

Altersgerechte Gruppen für eine individuelle Begleitung:

Sternchengruppe

Kinder im Alter von 2 bis 3 Jahren

Sonnengruppe

Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren

Mondgruppe

Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren

Unsere Gruppen sind in altershomogenen Gruppen aufgeteilt, um die Kinder noch gezielter in ihrer jeweiligen Entwicklungsphase begleiten zu können. Dabei steht für uns das Wichtigste im Mittelpunkt: Jedes Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Entwicklungsschritten.

Ein geschützter Raum für die Jüngsten

Die ersten Lebensjahre sind eine besonders sensible Zeit. Zweijährige Kinder lernen vor allem durch Nachahmung, Wiederholung und eigene Erfahrungen. In einer kleineren, altersgerechten Gruppe finden sie einen geschützten Rahmen, der ihnen Sicherheit und Orientierung bietet.

Davon profitieren die Kinder durch:

  • Mehr Überschaubarkeit und Geborgenheit,
  • Einen ruhigeren Tagesablauf,
  • Ausreichend Zeit zum Ankommen und Beobachten,
  • Eine intensive und individuelle Begleitung.

Ein Raum für Entdecken und Wachsen

Die Kinder der Sonnengruppe befinden sich in einer wichtigen Entwicklungsphase. Sie werden zunehmend selbstständiger, erweitern ihre sprachlichen und sozialen Fähigkeiten und entdecken ihre Umwelt mit großer Neugier. Durch altersgerechte Spiel- und Lernangebote werden sie in ihrer individuellen Entwicklung begleitet und gleichzeitig auf den nächsten Entwicklungsschritt vorbereitet.

Die Kinder profitieren dabei von:

  • Viel Raum für selbstständiges Ausprobieren,
  • Altersgerechten Spiel- und Lernimpulsen,
  • Der Förderung von Sprache und sozialen Fähigkeiten,
  • Gemeinsamen Erfahrungen und festen Beziehungen,
  • Einer liebevollen Begleitung auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit.

Stärkung und Förderung der Vorschulkinder

Auch die älteren Kinder profitieren von einer altersgleichen Gemeinschaft. Sie begegnen Kindern mit ähnlichen Interessen, Fähigkeiten und Entwicklungsthemen. Dadurch entstehen wertvolle Lern- und Spielräume.

Die Kinder erleben:

  • Spiel- und Lernerfahrungen auf Augenhöhe,
  • Stabilere Freundschaften,
  • Eine stärkere Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten,
  • Altersgerechte Herausforderungen und Angebote,
  • Eine gezieltere Vorbereitung auf den nächsten Entwicklungsschritt.

Im Kindergarten leben wir Tätigkeiten vor, die für die Kinder in ihrem Ursprung nachvollziehbar sind. Damit verbinden sich die Erzieher*Innen ganz mit Ihrer Arbeit, sie beseelen sie praktisch, was den wesentlichen Punkt ausmacht, damit das Kind sie als Vorbild erleben kann. Bei uns wird der Ausspruch vom “Leben lernen” in der täglichen Begegnung mit den Kindern umgesetzt. Es wird gewebt, gebacken, gefegt, repariert, Fenster geputzt, Puppenwäsche von Hand gewaschen, Staub gewischt.
Einen Schwerpunkt nimmt hier auch das Zubereiten des Frühstücks ein. Vollwertige Ernährung auf anthroposophischer Grundlage findet bei uns täglich statt. Die Kinder erleben am tätigen Vorbild, wie man eine Schleife bindet, wie aus roher Schafwolle durch Kardieren, Spinnen und Weben ein Teppich oder eine Flötentasche entstehen kann, wie Getreide zu Mehl gemahlen und dann z.B. zu Brötchen oder Kuchen weiterverarbeitet wird. Elementar ist hier das Lernen durch praktisches Tun und die regelmäßige Wiederholung, nicht die kognitive Ansprache.
Der Tagesablauf gliedert sich rhythmisch, und zum Spielen steht für die Kinder einfaches, die Phantasie anregendes Spielmaterial zur Verfügung.

Die Kinder werden auf den unterschiedlichsten Ebenen über die Sinne angesprochen:

  • durch die farbliche Raumgestaltung,
    (unsere Wände sind mit mineralischen Farben in der Lasurtechnik gestaltet)

  • das vielfältige Angebot an Naturmaterialien,

  • durch unterschiedliche Düfte der „Zaubertröpfchen“
    (ätherische Öle zur Hautpflege)

  • Tees, die zum Durstlöschen dienen,

  • das Malen mit Aquarellfarben,

  • Tastsäckchen die z.B. mit Reis, Linsen, Kastanien und Sand gefüllt sind

  • vielen Tüchern aus Seide, Schurwolle, Samt, Baumwolle,

  • Singen

  • Erzählen und Hören von Märchen und Geschichten

  • Zubereiten des Frühstücks, z.B. Backen, Gemüse schneiden

  • Spielen im Garten bei Wind und Wetter („…es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung!“)

Rhythmisch und wiederholend gliedert sich auch der Tagesablauf in unserem Waldorfkindergarten, genauso, wie die Woche mit den Tagen, das Jahr mit den Jahreszeiten und den christlichen Jahresfesten.

Eurythmie im Waldorfkindergarten…

…ist ein bewegungspädagogisches Angebot mit einem therapeutischen Anliegen. Als besonderes Ereignis findet sie einmal in der Woche statt und wird durch eine für das Arbeitsfeld qualifizierte Eurythmistin angeleitet. Die Eurythmie nutzt die Mittel Sprache, Bewegung und Klang, um gleichermaßen Sprach und- Bewegungsentwicklung des Kindes zu fördern sowie das Sozialverhalten in der Gruppe. Sie sensibilisiert und harmonisiert die Eigen –und Fremdwahrnehmung auf der körperlichen und mentalen Ebene. Dazu gehören auch das Orientierungsvermögen im Raum, Fein- und Grobmotorik, Koordination und Gleichgewicht und das Erlebnis von Aktion und Ruhe, von Zuhören und Stille.

Eurythmie berücksichtigt in besonderem Maße den Zusammenhang von Bewegungs- und Sprachentwicklung. Nämlich auf der Ebene der Bewegung genügend Reize und Anregungen vorhanden sein müssen, um alle Sinnesorgane ausreichend zu entwickeln. Somit schafft die Eurythmie die Voraussetzungen zu einer gesunden Sprachentwicklung. Sie bietet dem Kind die Möglichkeit, eventuell vorhandene Defizite auf einem oder mehreren dieser Gebiete, in einem geschützten Rahmen, dem individuellen Entwicklungstempo des Kindes angepasst, auszugleichen.
Im Hinblick auf die immer frühere Einschulung der Kinder ist die Eurythmie ein nachhaltiges, zukunftsorientiertes Förderangebot für Kinder im Waldorfkindergarten. Eine Eurythmie-Einheit im Kindergarten dauert ca. 30 Minuten und findet auf Gruppenebene statt, d.h. für die Kinder einer Gruppe zusammen, im wöchentlichen Rhythmus im Vormittagsbereich.

EURYTHMIE

ist ein 4-jähriges Grundstudium mit anschließendem Aufbaustudien, in den Bereichen Therapie, Pädagogik und Kunst. Neben der pädagogischen Eurythmie findet sich auch die Heileurythmie, die rein therapeutische Ziele verfolgt und eine künstlerische Eurythmie im Bereich Bühne und Performance.